Am Ufer

author:  Jürgen Corhsen
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Wo Gefühl nur im Stillen liegt
und Wert durch Lug verborgen bleibt
wo Dunkelheit den Sinn umgibt
und falscher Schein um 's Sein gar treibt
sind Wahrheit und Wahrscheinlichkeit
so fern vom Ufer der Erkenntlichkeit.

Wo Saat im Keim ersticken wird
und Wort durch Ruf verlogen geht
Wo Liebe noch an Kraft verliert
und Hass der Güte widersteht
bleibt Erkenntnis bekanntes Leid
so fern am Ufer der Empfänglichkeit.

Wo Grauen noch auf Order jagt
und Furcht durch Krieg nach Opfer brüllt
wo Politik das Recht zernagt
und die Gleichheit unterspült
verliert sich die Friedfertigkeit
so weit vom Ufer der Erkenntlichkeit

Wo Gier die Armut weiter hebt
und Kleinheit sich zerkleinern muss
Wo Kirche und Staat höher strebt
der Arme gibt und hungern muss
Ist Lug statt Besinnlichkeit
weit ab vom Ufer der Erkenntlichkeit.

Wo Glück mit Sucht verwechselt wird
und Habgier Reichtum glorreich trägt
Wo Hülle noch nach Hülle stiert
und blanke Angst den Tod noch prägt
ist Friede und Gerechtigkeit
nicht nah dem Ufer der Erkenntlichkeit

Wo Liebe nach Vollendung strebt
und Nehmen neben Geben gärt
Wo Tausch und Kauf gerecht ergeht
wird Leben wieder lebenswert
Nur so verliert sich Neid und Streit
Auf unserem Weg zur Ewigkeit

@ Jürgen Corhsen



 
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